Im Sommer 2019 kehrte ich mit meinen drei Kindern nach Deutschland zurück. Nach all den Monaten des Unterwegsseins, der Trennung und der inneren Umbrüche brauchte ich einen sicheren Boden unter den Füßen - für mich und auch für die Kinder.
Wir zogen in meine alte Heimat zurück, nach Thüringen. Ich meldete die Kinder wieder in der Schule an, fand eine Wohnung und nahm eine Stelle als Sozialpädagogin an der gleichen freien Schule an, wo auch meine Kinder waren.
Es dauerte jedoch nicht lange, bis mich die Realität einholte…
Nach all den Monaten gelebter Freiheit, Verbindung und Selbstbestimmung fühlte ich mich einsam, festgefahren und mit voller Wucht eingeholt von der altbekannten Enge und dem verkorksten Wertesystem vieler Menschen in meinem Umfeld.
Auch die Schule, an der ich arbeitete, enttäuschte mich schnell. Statt Raum für Individualität zu schaffen, sah ich jeden Tag zu viele Kinder in einer Klasse und zu wenig Personal.
Es gab kaum jemanden, mit dem ich meine Gedanken, meine Werte und meine Erfahrungen wirklich teilen konnte.
Die Gespräche kreisten um Alltag, Lehrpläne, “auffällige” Kinder und Schulnoten.
Niemand sprach von Freiheit, von Gemeinschaft und von einem Leben jenseits der Norm. Ich vermisste genau das, was ich unterwegs gefunden hatte: Verbindung. Weite. Wahrheit.
Und genau in dieser Zeit schrieb mir plötzlich und völlig unerwartet Martin…